Tomaten im September – weiter ernten und Früchte nachreifen lassen

Inhalt6Abschnitte

Gesunde Tomaten können im September und unter geeigneten Bedingungen noch im Oktober Früchte liefern. Beende die Kultur nach Wetter, Reifeentwicklung und Pflanzenzustand. Ein früher Monatswechsel ist kein Grund, einen produktiven Bestand zu entfernen.

Vorhandene Früchte ausreifen lassen

Ernte reife Früchte laufend. Die Reifefarbe ist sortenabhängig: Neben roten gibt es gelbe, orange und grün abreifende Sorten. Farbe allein ist deshalb kein universeller Reifetest; auch sortentypische Entwicklung und Konsistenz berücksichtigen.

Bei Stabtomaten können sehr späte Blüten und Triebspitzen entfernt werden, wenn neue Früchte voraussichtlich nicht mehr ausreifen. Die vorhandenen Fruchtstände und ausreichend gesunde Blätter erhalten. Buschtomaten nicht nach demselben Schema stark ausgeizen oder kappen. Für alle Formen gilt: Eine geringe Blattfläche ist kein Selbstzweck und garantiert keine schnellere Reife.

Blattnässe und Wasserstress begrenzen

Lange feuchte Phasen begünstigen Kraut- und Braunfäule sowie andere Krankheiten. Bodennah gießen, Blätter möglichst trocken halten und für Luftaustausch sorgen. Unter Glas kann trotz Regenschutz Kondenswasser entstehen. Abgeerntete untere Blätter und erkrankte Pflanzenteile gezielt entfernen; die Pflanze nicht vollständig entlauben.

Weiter gleichmäßig nach Bedarf gießen. Wärme, Wind, Topfgröße und Fruchtbehang entscheiden über den Wasserbedarf, nicht allein der Monat. Austrocknen und anschließendes starkes Wässern können Risse begünstigen. Bei starkem Befall geschädigte Pflanzen räumen und verdorbene Früchte aussortieren. Eine Fruchtfolge ersetzt den Schutz vor Blattnässe nicht.

Wann Früchte zum Nachreifen ernten?

Vor angekündigtem Frost oder bei anhaltend ungünstigem Wetter können ausreichend entwickelte, gesunde Früchte abgenommen werden. Am besten eignen sich Früchte, die bereits ihre sortentypische Größe erreicht haben und mit dem Umfärben beginnen. Sehr kleine, unreife Früchte reifen nicht zuverlässig nach.

  1. Unverletzte Früchte auswählen; faulende oder krankheitsverdächtige aussortieren.
  2. Locker in einem Karton oder auf einer geeigneten Unterlage bei etwa 20 °C aufbewahren. Licht ist für das Nachreifen nicht erforderlich.
  3. Regelmäßig kontrollieren und reife beziehungsweise verderbende Früchte herausnehmen. Ein reifer Apfel oder eine Banane kann durch Ethylen die Nachreife beschleunigen; anschließend getrennt vom übrigen Gemüsevorrat aufbewahren.

Eine volle Geschmacksqualität wie bei Sommerfrüchten an der Pflanze ist nicht garantiert. Unreife grüne Früchte nicht pauschal zum Essen freigeben. Bei grün abreifenden Sorten unterscheiden sich unreife Früchte und erntereife Früchte trotz ähnlicher Farbe.

Pflanzen räumen und die nächste Saison planen

Räume, wenn keine nutzbare Ernte mehr zu erwarten ist, Frost die Pflanzen beendet oder starker Krankheitsbefall vorliegt. Entferne problematische Pflanzenreste, reinige verwendete Werkzeuge und plane eine passende Bodenbedeckung. Kompost oder Dünger nicht automatisch zum Räumen geben.

Im Freiland einen Wechsel mit anderen Pflanzenfamilien einplanen. Anbaupausen richten sich auch nach konkreten Bodenkrankheiten und Standortgeschichte. Eine pauschale Vierjahrespause ist keine Garantie gegen Kraut- und Braunfäule. Bei wiederkehrenden Problemen die Ursache klären, statt allein den Kalender zu wechseln. Die Fruchtfolgeplanung hilft bei der Flächenplanung.

Tomatenpflege als Bildübersicht

Tomaten im September: gesunde Bestände weiter ernten, Blattnässe begrenzen, entwickelte Früchte bei etwa 20 Grad nachreifen lassen und nach Zustand räumen.

Einordnung und nächste Seiten