Brunnenkresse anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Brunnenkresse (Nasturtium officinale) anbauen: Wasserpflanze; Pflanzung April–Mai an fließendem Wasser; mehrjährig; Ernte ganzjährig bei Frostfreiheit; Wildsammlung abkochen.

Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist eine Wasserpflanze und gehört nicht ins normale Gartenbeet: Sie braucht fließendes, sauberes Wasser oder zumindest dauernass-feuchten Boden. Im Hausgarten kultiviert man sie am besten in flachen Wasserbecken, in Teichläufen oder in mit Wasser gefüllten Mörtelkübeln. Der scharf-pfefferige Geschmack ähnelt der Gartenkresse, ist aber kräftiger und feiner. Wichtig: Wildsammlung aus Bach und Teich nur abgekocht verzehren – Gefahr durch den Großen Leberegel.
Brunnenkresse auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Brunnenkresse (Nasturtium officinale) |
| Nutzungsgruppe | Kräuter / Wasserpflanze / Wildgemüse |
| Lebensform | mehrjährig, immergrün (frostfrei) |
| Voranzucht | März–April |
| Direktsaat | April–Mai (in Substrat unter Wasser) |
| Pflanzung | April–Mai (Stecklinge aus dem Wasser bewurzeln) |
| Pflanzabstand | 10–15 cm |
| Reihenabstand | 20 cm |
| Pflanzen pro m² | 30–50 |
| Saattiefe | 0,5 cm |
| Standort | kühl, halbschattig; in fließendem Wasser oder dauernassem Substrat |
| Boden-pH | 6,5–7,5 |
| Düngung | minimal; nur in stehenden Becken gelegentlich |
| Erntezeit | ganzjährig (bei Frostfreiheit) |
| Wuchshöhe | 10–50 cm (über Wasser) |
| Familienbedarf (4 Pers.) | ca. 1 m² Wasserfläche |
| Herkunft | Europa, Vorderasien |
| Botanisch | Nasturtium officinale |
| Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
Standort und Pflege für Brunnenkresse
- Standort: kühl, halbschattig; nicht in praller Mittagssonne (Wasser erhitzt sich, Brunnenkresse schießt).
- Wasser: fließendes Wasser ideal (kühler als Lufttemperatur); in Becken regelmäßig wechseln. Wassertiefe 2–10 cm.
- Substrat: kalkhaltiger, sandig-lehmiger Boden; in Pflanzkörben unter Wasser.
- Düngung: Frischwasserzufluss liefert genug Nährstoffe; in stillem Becken gelegentlich etwas Flüssigdünger.
- Vermehrung: Triebstücke (Stecklinge) bewurzeln innerhalb weniger Tage im Wasser.
- Schnitt: regelmäßig die Triebspitzen ernten – fördert Verzweigung.
- Schädlinge: Schnecken; Algenwuchs im stehenden Wasser.
Wichtige Punkte beim Anbau von Brunnenkresse
- Echte Brunnenkresse ≠ Gartenkresse (Lepidium sativum) – nicht verwechseln; Gartenkresse wächst auf Erde, Brunnenkresse im Wasser.
- Leberegel-Risiko bei Wildsammlung: Pflanzen aus freien Gewässern (besonders an Schafweiden) immer abkochen.
- Kontrollierter Anbau ist sicher: in eigenen Becken mit Leitungs- oder Quellwasser.
- Kühles Wasser bevorzugt – im Sommer schießt sie bei zu warmem Wasser schnell.
- Nach der Blüte werden Blätter scharf-bitter und der Ertrag geht zurück; Blütenstände vorher abschneiden.
Brunnenkresse in der Mischkultur
- Keine klassische Mischkulturpflanze – sie braucht einen Sonderstandort am Wasser.
- Gut: andere Sumpf-/Wasserpflanzen am Teichrand (Bachbunge, Sumpfdotterblume, Wasserminze) – sie ergänzen ein essbares Wasserbeet.
- Schlechte Nachbarn im Wasser: stark wuchernde Wasserpflanzen wie Wasserpest, die das Licht nehmen.
Brunnenkresse Sorten und Nutzung
- Sorten: Wildform; einige Selektionen mit größeren Blättern für Erwerbsanbau.
- Küche: scharf-pfefferiger Geschmack, ähnlich Gartenkresse, aber kräftiger und feiner. Salate, Sandwiches, Suppen (klassisch Brunnenkressesuppe), Smoothies, Pesto.
- Frisch verwenden – Blätter welken schnell.
- Heilpflanze: traditionell gegen Frühjahrsmüdigkeit; reich an Senfölen, Vitamin C, Eisen.
Nährwerte (pro 100 g frische Brunnenkresse)
- Energie: ca. 11 kcal.
- Wasser: ca. 95 g.
- Kohlenhydrate: ca. 1,3 g.
- Eiweiß: ca. 2,3 g.
- Fett: ca. 0,1 g.
- Vitamine: Vitamin C (sehr hoch, ca. 60 mg), Vitamin A, K, B-Vitamine.
- Mineralstoffe: Eisen, Kalzium, Magnesium, Jod.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Senföle (Glucosinolate, Isothiocyanate) – antibakteriell, antiviral.
Ertrag von Brunnenkresse im Hausgarten
Eine vierköpfige Familie kommt mit ca. 1 m² Wasserfläche und 30–50 Pflanzen aus. Bei richtigem Standort (kühl, fließend) ist Brunnenkresse fast ganzjährig erntbar – auch im Winter, solange das Wasser nicht durchfriert.
Häufige Fehler beim Anbau von Brunnenkresse
- In normalem Gartenbeet pflanzen – braucht dauernass-feuchten Standort; ohne Wasser kümmert sie.
- Wildsammlung roh verzehren – Leberegel-Gefahr; aus Wildsammlung immer abkochen.
- Mit Gartenkresse verwechseln – das sind zwei verschiedene Pflanzen.
- Stehendes Wasser ohne Wechsel – Algen, Fäulnis, schwächere Pflanzen; regelmäßig erneuern.
- Vollsonniger Standort – Wasser wird zu warm, Pflanze schießt.
Infografik