Chicorée anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Chicorée anbauen: Direktsaat Mai–Juni; Wurzelernte ab Oktober; Treiben (Bleichen) im Dunkeln liefert die typischen weißen Sprossen — Wintersalat-Klassiker.
Inhalt7 Abschnitte
Der Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum) ist eng verwandt mit Radicchio und wird in Mitteleuropa traditionell als zweistufige Kultur angebaut: Im Sommer wachsen die Pflanzen im Freiland und bilden eine Pfahlwurzel; ab Oktober werden die Wurzeln ausgegraben und im Dunkeln „getrieben” — daraus sprießen die typischen weißen, milden Sprossen, die als Wintersalat Verwendung finden.
Chicorée auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum) |
| Nutzungsgruppe | Wintersalat / Treibgemüse |
| Lebensform | botanisch zweijährig; Treibkultur |
| Aussaat (Direktsaat) | Mai–Juni |
| Wurzelernte | Oktober–November |
| Pflanzabstand | 10–15 cm (nach dem Vereinzeln) |
| Reihenabstand | 30 cm |
| Saattiefe | 1–3 cm (Dunkelkeimer) |
| Standort | sonnig, locker, tiefgründig |
| Boden-pH | 6,5–7,5 (neutral bis leicht alkalisch, kalkliebend) |
| Temperatur Keimung | optimal ca. 22 °C |
| Keimdauer | 7–10 Tage |
| Ertrag | 1 Zapfen je Wurzel (Wurzeln ca. 100–200 g) |
| Treiben | im Dunkeln bei 10–18 °C, 3–4 Wochen |
| Botanisch | Cichorium intybus var. foliosum |
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
Standort und Pflege für Chicorée
- Standort: sonnig, tiefgründig (für die Pfahlwurzel)
- Boden: locker, steinfrei, mäßig nährstoffreich
- Düngung: Mittelzehrer; Kompost im Vorjahr ausreichend
- Treiben: Wurzeln ab Oktober ausgraben, Blätter abschneiden, Wurzeln aufrecht in Sand oder Erde einschlagen, im Dunkeln bei 10–18 °C; nach 3–4 Wochen sind die Sprossen erntereif
- Fruchtfolge: mindestens 3 Jahre Pause für alle Korbblütler
Wichtige Punkte beim Anbau von Chicorée
- Zweistufige Kultur: Wurzeln im Freiland, Sprossen im Dunkeln — Bleichen ist der entscheidende Schritt für milden Geschmack
- Direktsaat ohne Vorzucht (Pfahlwurzel würde beim Verpflanzen abbrechen)
- Späte Frühjahrssaat (Mai–Juni), da frühe Sätze zum Schossen neigen
Chicorée in der Mischkultur
- Gute Nachbarn: Möhren, Pastinaken, Fenchel, Bohnen, Erbsen, Tomaten, Lauch, Rote Bete
- Schlechte Nachbarn: alle anderen Korbblütler (Salat, Endivien, Radicchio, Schwarzwurzel, Artischocke, Rucola) — gleicher Krankheitsdruck und Fruchtfolgegruppe; auch Kartoffeln
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Nährwerte (pro 100 g Chicorée)
- Energie: ca. 17 kcal.
- Wasser: ca. 94 g.
- Kohlenhydrate: ca. 2,4 g.
- Eiweiß: ca. 0,9 g.
- Fett: ca. 0,1 g.
- Ballaststoffe: ca. 3,1 g – darunter reichlich Inulin (präbiotisch, gut für die Darmflora).
- Vitamine: Folat ca. 37 µg, Vitamin C ca. 3 mg.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 210 mg, Calcium ca. 19 mg.
- Sekundäre Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (Lactucin, Lactucopikrin/Intybin) – regen Appetit, Verdauung und Gallenfluss an; die geröstete Wurzel liefert den klassischen Zichorienkaffee.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Fäulnis beim Treiben (Botrytis, Sclerotinia): weiche, braune Stellen an Zapfen und Wurzelkopf im Treibkasten; nur gesunde, unverletzte Wurzeln einschlagen, nicht zu warm und zu feucht treiben, befallene Wurzeln entfernen.
Schädlinge:
- Wurzelläuse und Blattläuse (Pemphigus spp., Aphis spp.): Kümmerwuchs, weißliche Wachskolonien an den Wurzeln bzw. Kolonien am Laub; Fruchtfolge einhalten, im Sommer gleichmäßig wässern, Nützlinge fördern.
Häufige Fehler beim Anbau von Chicorée
- Zu früh säen – Pflanzen schossen, Wurzelbildung leidet
- Wurzel verpflanzen – Pfahlwurzel bricht; nur Direktsaat
- Nicht im Dunkeln treiben – grüne, bittere Sprossen statt der weißen, milden