Feldsalat anbauen – Aussaat, Pflege und Winterernte
Feldsalat auf einen Blick
- Aussaat
- Hauptaussaat (Herbst) August bis etwa Mitte September; spätere Saat nach Sorte, Schutz und ErntezielFrühjahrsaussaat Februar–März unter Schutz bei saatbereitem Boden; Freiland nach örtlicher Witterung
- Standort
- sonnig bis heller Halbschatten; durchlässiger, unkrautarmer Boden
- Abstand
- Pflanzabstand (Direktsaat) etwa 3–5 cm in der Reihe, nach Sorte und gewünschter RosettengrößeReihenabstand (Direktsaat) etwa 10–15 cm
- Ernte
- Herbst-/Wintersätze häufig Oktober–März; Frühjahrssätze meist ab Ende April/Mai
Weitere Anbaudaten und Botanik
Feldsalat für Herbst und Winter meist im August bis Mitte September säen. Mit Tipps zu Keimung, Sorten, Frostschutz und Ernte; Frühjahrssätze wachsen unter passenden Bedingungen bis April/Mai heran.
- Jungpflanzen setzen
- etwa 7–10 cm in der Reihe und 10–20 cm zwischen Reihen; Packungsangaben beachten
- Pflanzen pro m² (Direktsaat)
- Rechnerisch etwa 130–330 bei 3–5 × 10–15 cm; tatsächliche Belegung nach Beetmaß und Aufgang
- Saattiefe
- meist 0,5–1 cm; Bodenbedingungen und Saatgutangabe beachten
- Boden-pH
- etwa 6,0–7,0 als Orientierung
- Winterhärte
- Wintergeeignete Sorten frostverträglich; Kahlfrost und Winternässe können schaden
- Ertrag
- grob 0,5–1,5 kg/m² je Kultur; abhängig von Sorte, Anbau und Ausfällen
- Flächenbeispiel
- 2 m² ergeben rechnerisch 1–3 kg; Bedarf individuell planen
- Pflanze
- Feldsalat (Valerianella locusta)
- Nutzungsgruppe
- Blattsalat / Wintersalat
- Lebensform
- einjährig, häufig als überwinternde Kultur
- Herkunft
- Europa und Mittelmeerraum; auch wild vorkommend
- Familie
- Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), Unterfamilie Baldriangewächse
Inhalt11 Abschnitte

Feldsalat – auch Vogerlsalat, Nüsslisalat oder Rapunzel genannt – liefert frisches Grün im Herbst und Winter. Säe ihn dafür meist im August bis etwa Mitte September auf rechtzeitig frei werdende Beete. Spätere Saaten brauchen je nach Sorte, Witterung und Schutz länger bis zur Ernte. Wintergeeignete Sorten vertragen Frost; eine schadlose Überwinterung hängt auch von Abhärtung, Frostdauer und Bodenfeuchte ab.
Feldsalat aussäen: Zeitpunkt und Keimung
Für eine Herbst- und Winterernte ist August bis etwa Mitte September ein guter Ausgangspunkt. In kühleren Lagen lieber früher säen. Spätere Aussaaten können in milden Lagen oder unter Schutz gelingen, liefern aber häufig erst im Frühjahr erntereife Rosetten. Oktober ist kein allgemein verlässlicher Termin für eine Herbsternte aus Samen.
Bereite ein feinkrümeliges, unkrautarmes Saatbett vor und wässere trockenen Boden vor der Aussaat. Säe in flache Rillen, bedecke die Samen meist mit 0,5–1 cm Erde, drücke leicht an und gieße vorsichtig. Die Saatgutpackung kann je nach Sorte und Boden eine andere Tiefe empfehlen. Reihen mit etwa 10–15 cm Abstand erleichtern das Jäten; zu dichte Stellen bei Bedarf auf etwa 3–5 cm ausdünnen.
Halte das Saatbett bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht, ohne es zu vernässen. Bei günstigen Bedingungen dauert die Keimung ungefähr 8–20 Tage, bei Kälte auch länger. Heiße, trockene Erde kann die Keimung hemmen. Wähle dann einen kühleren Termin oder beschatte das Saatbett vorübergehend; eine aufgelegte Abdeckung nach dem Auflaufen entfernen.
Für einen Frühjahrssatz kannst du im Februar oder März unter Glas oder Vlies säen, sofern der Boden aufgetaut und saatbereit ist. Plane die Ernte eher für Ende April oder Mai; Licht, Temperatur und Sorte entscheiden. Mit zunehmender Wärme und Tageslänge schießt Feldsalat leichter und sollte rechtzeitig geerntet werden.
Aussaat-Hub und Saatkalender helfen bei der Terminplanung.
Standort und Pflege für Feldsalat
- Standort: sonnig bis heller Halbschatten. Im lichtarmen Winter sind helle Beete günstig. Der Boden sollte durchlässig und möglichst unkrautarm sein; verdichtete, staunasse Flächen sind ungeeignet.
- Gießen: zur Keimung die Oberfläche feucht halten. Danach bei Trockenheit bedarfsgerecht wässern, möglichst morgens und auf den Boden. Dauerhaft nasse Blätter und Staunässe vermeiden.
- Düngung: vergleichsweise geringer Nährstoffbedarf. Auf gut versorgten Gemüsebeeten ist häufig keine zusätzliche Düngung nötig. Auf armen Böden Versorgung und Vorkultur berücksichtigen; keinen frischen Mist und nicht vorsorglich reichlich Stickstoff geben.
- Unkraut: früh und vorsichtig jäten. Feldsalat wächst anfangs langsam; Beikräuter können die niedrigen Rosetten überwuchern.
- Winterschutz: Vlies kann bei Kahl- und Dauerfrost helfen. Schutzbedarf nach Sorte, Abhärtung und Witterung beurteilen. Bei mildem Wetter geschützte Bestände lüften und auf Fäulnis prüfen.
Feldsalat als Nachkultur und im Fruchtwechsel
Feldsalat kann nach vielen Sommerkulturen stehen, wenn die Fläche rechtzeitig frei wird. Eine erst im Oktober geräumte Tomatenfläche ist für eine Herbsternte aus Direktsaat häufig zu spät. Zwischen noch stehenden Pflanzen braucht Feldsalat ausreichend Licht, Wasser und Raum; die Eignung als Nachkultur belegt keinen besonderen Vorteil als gleichzeitig wachsender Nachbar.
Auf freien Lücken können zugekaufte oder selbst vorgezogene Jungpflanzen einen zeitlichen Vorsprung bringen. Setze sie nach Anbieterangabe, grob mit 7–10 cm Abstand in der Reihe und 10–20 cm Reihenabstand. Kleine Pflanzgruppen im Erdpresstopf brauchen mehr Platz als einzelne direkt gesäte Pflanzen. Pflanze flach, sodass das Rosettenherz nicht mit Erde bedeckt wird.
Wechsle das Beet regelmäßig. Als vorsichtige Planungsorientierung gelten hier zwei Jahre Anbaupause nach Feldsalat. Bei bekannten bodenbürtigen Krankheiten reicht eine feste Zeitspanne allein nicht zur Beurteilung; auch befallene Vorkulturen anderer Familien können problematisch sein.
Fruchtfolge-Planer – freie Flächen und Anbaupausen gemeinsam berücksichtigen.
Feldsalatsorten und Verwendung
- ‘Vit’: kompakte Rosetten mit mittelgroßen, dunkelgrünen Blättern; für Herbst-/Wintersätze geeignet. Eine erhöhte Mehltautoleranz bedeutet keinen sicheren Schutz vor Befall.
- ‘Favor’: für Sommersaaten bis in den September angeboten. Saat- und Erntefenster nach Packung wählen; nicht pauschal als besonders frühe Sorte einordnen.
- Saisonwahl: für die Überwinterung wintergeeignetes Saatgut und für Frühjahrssätze eine dafür angebotene Sorte verwenden. Freiland- und Gewächshausangaben unterscheiden.
- Küche: die geputzten Blattrosetten frisch als mild-nussigen Salat oder in Mischsalaten verwenden. Erde und Sand gründlich, aber schonend abwaschen.
Feldsalat ernten und lagern
Ernte gut entwickelte, gesunde Rosetten vor dem Schossen; sie müssen nicht erst handtellergroß sein. Für die übliche Ernte ganzer Rosetten schneidest du die Wurzel knapp unter dem Rosettenansatz durch, sodass die Blätter zusammenbleiben. Diese Rosette liefert danach keine weitere Vollernte. Ernte den Bestand nach Bedarf portionsweise ab.
Du kannst auch einzelne äußere Blätter nehmen und das Herz stehen lassen. Weiteres Wachstum hängt von Licht, Temperatur und Pflanzenzustand ab; im Winter ist kein schneller, regelmäßiger Nachwuchs garantiert. Mehrere kleine Folgesaaten verlängern die Ernte verlässlicher als ein festes Wiederernteversprechen.
Gefrorene Pflanzen nicht schneiden oder anfassen: Warte, bis sie vollständig aufgetaut sind. Entferne gelbe, faulende oder beschädigte Blätter und halte Beikräuter aus der Ernte heraus.
Verbrauche Feldsalat möglichst frisch. Im Gemüsefach, vor Austrocknung geschützt und ohne stehendes Wasser, hält er sich als Orientierung etwa 2–3 Tage. Das ist keine Haltbarkeitsgarantie; Frische bei der Ernte und Lagerbedingungen entscheiden.
Passendes Werkzeug: Lager-Finder
Nährwerte von rohem Feldsalat
Die folgenden Werte gelten ungefähr je 100 g essbarer Blätter. Sorte, Anbau und Wassergehalt führen zu natürlichen Abweichungen.
| Nährstoff | Gerundeter Wert |
|---|---|
| Energie | 18 kcal |
| Wasser | 92,7 g |
| Eiweiß | 1,9 g |
| Fett | 0,4 g |
| Verfügbare Kohlenhydrate | 0,8 g |
| Ballaststoffe | 1,8 g |
| Vitamin C | 35 mg |
| Beta-Carotin | 2.730 µg |
| Vitamin K | 116 µg |
| Folat | 108 µg |
| Kalium | 440 mg |
| Calcium | 59 mg |
| Eisen | 1,8 mg |
Lizenznachweis der Nährwertdaten: Max Rubner-Institut (2025), Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, DOI, CC BY 4.0. Werte gerundet.
Ertrag und benötigte Fläche
Als grobe Planungsgröße kannst du mit 0,5–1,5 kg/m² je Kultur rechnen. Im Freiland, bei später Saat oder bei Ausfällen kann die Ernte geringer sein; der obere Wert ist kein verlässlicher Winterertrag für jedes Beet.
Ein 2 m² großes Beet ergibt bei dieser Spannweite rechnerisch 1–3 kg. Das kann einige Salatmahlzeiten liefern, versorgt aber nicht automatisch vier Personen über den gesamten Winter. Plane nach deinem Verbrauch, den möglichen Sätzen und einer Reserve für Ausfälle. Der Ertragsrechner hilft beim Anpassen der Fläche.
Krankheiten und Schädlinge
- Falscher Mehltau: gelbliche Blattflecken und grauer bis violetter Belag auf der Unterseite können Hinweise sein. Luftige Bestände, geeignete Sorten, möglichst wenig anhaltende Blattnässe und Fruchtwechsel verringern das Risiko.
- Grauschimmel und andere Fäulniskrankheiten: besonders bei dichtem Bestand und anhaltender Feuchte. Faulende Pflanzen entfernen, Staunässe vermeiden und geschützte Beete lüften. Bei wiederkehrenden Ausfällen die Ursache klären, statt pauschal stärker zu gießen oder zu düngen.
- Blattläuse: Blattunterseiten und Rosettenherzen kontrollieren. Nützlinge fördern; bei geringem Befall Läuse vorsichtig abspülen oder stark befallene Rosetten entfernen. Falls ein Pflanzenschutzmittel nötig ist, nur ein für Kultur und Anwendungsbereich zugelassenes Produkt nach Gebrauchsanweisung einsetzen.
- Schnecken: junge Pflanzen und frische Fraßstellen prüfen. Absammeln und geeigneter Schneckenschutz können helfen.
Häufige Fehler beim Anbau von Feldsalat
- Spät säen und schnelle Herbsternte erwarten: abnehmendes Licht und Kälte verlängern die Kulturdauer. Saattermin, Sorte und Ernteziel gemeinsam wählen.
- In heiße, trockene Erde säen: Feuchte sichern und bei Hitze einen kühleren Termin oder vorübergehende Beschattung nutzen.
- Zu dicht säen oder Jungpflanzen zu eng setzen: für Luft und Platz sorgen; Direktsaat und Pflanzgruppen haben unterschiedliche Abstände.
- Unkraut wachsen lassen: früh jäten und keine unbekannten Beikräuter mit der Ernte mitnehmen.
- Gefrorene Rosetten ernten: erst nach vollständigem Auftauen schneiden.
- Nach ganzen abgeschnittenen Rosetten weitere Vollernten einplanen: portionsweise ernten und für Nachschub passende Folgesaaten vorsehen.
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- Gemüsegarten im August – Saatbett und Herbstkulturen vorbereiten.
- Gemüsegarten im September – Winterbewuchs rechtzeitig planen.
- Gemüsegarten im Oktober – Ernte und Schutz nach Entwicklungsstand wählen.
- Gemüsegarten im Januar – bei frostfreier Witterung erntereife Rosetten schneiden.
- Pflanzenübersicht – weitere Gemüse, Kräuter und Beeren.