Kartoffeln – Krankheiten und Schädlinge früh erkennen

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Kontrolliere Kartoffeln während der gesamten Kultur, besonders in feucht-warmen Phasen. Kraut- und Knollenfäule kann sich rasch ausbreiten. Gesunde Pflanzkartoffeln, Sortenwahl und Pflege vermindern bestimmte Risiken, garantieren aber keinen gesunden Bestand.

Kraut- und Knollenfäule erkennen

Phytophthora infestans kann Kartoffeln und Tomaten befallen. Typisch sind sich ausbreitende braune Blatt- und Stängelflecken. Bei hoher Luftfeuchte kann weißlicher Belag an der Blattunterseite sichtbar sein. Knollen können eingesunkene Stellen und braune Faulbereiche im Inneren zeigen; ein äußerlich gesundes Aussehen schließt Befall nicht aus.

Rasch zusammenbrechendes, fleckiges Kraut ist kein zuverlässiges Reifezeichen. Nicht jede braune Stelle ist allerdings Krautfäule. Prüfe Verlauf, Witterung und weitere Symptome statt nur ein einzelnes Blatt.

Vorbeugen und bei Befall handeln

Stärker befallenes Kraut entfernen und nach örtlichen Regeln entsorgen; nicht auf den Hauskompost geben. Vor der Ernte häufig noch etwa zwei Wochen Schalenreife abwarten, soweit Boden und Wetter das zulassen. Kranke Knollen aussortieren. Gesunde Knollen aus einem befallenen Bestand möglichst zeitnah nutzen, weil zunächst unsichtbarer Befall später zu Fäulnis führen kann. Mehr unter Kartoffeln ernten.

Kartoffelkäfer früh absammeln

Achte auf gelb-schwarz gestreifte Käfer, orange Eigelege an den Blattunterseiten und orange-rote Larven. Käfer, Eigelege und Larven frühzeitig absammeln und regelmäßig nachkontrollieren. Starker Fraß kann das Laub erheblich schädigen. Der Kartoffelkäfer-Steckbrief zeigt die Entwicklungsstadien.

Korkige Schalenstellen auf Kartoffelschorf prüfen

Trockene, raue und braune Stellen auf der Knollenschale können auf gewöhnlichen Kartoffelschorf hinweisen. Die Ursache sind Bakterien, keine Mehltau- oder Krautfäulepilze. Leicht befallene, feste und sonst einwandfreie Knollen lassen sich nach Schälen verwenden; weiche oder faulende Knollen aussortieren.

Für den nächsten Anbau helfen wenig anfällige Sorten, gesundes Pflanzgut und gleichmäßige Bodenfeuchte während der frühen Knollenbildung. Kalkung an einer Bodenprobe ausrichten. Pulverschorf und andere Schalenkrankheiten können ähnlich aussehen und müssen getrennt beurteilt werden. Aufreißende Pusteln mit brauner Sporenmasse sprechen eher für Pulverschorf, der durch kühle, nasse Böden begünstigt wird.

Silbrige Schalenflecken auf Silberschorf prüfen

Flache, silbrig schimmernde Flecken auf der Knollenschale können auf Silberschorf an Kartoffeln hinweisen. Der Pilz schädigt die Schale; im Lager können Knollen Wasser verlieren und schrumpfen. Neue Infektionen im Vorrat sind möglich. Gesundes Pflanzgut, zeitnahe Ernte schalenfester Knollen, trockene Oberflächen und kühle, belüftete Lagerung senken das Risiko. Kondenswasser vermeiden und befallene Knollen nicht als Pflanzgut aufheben.

Faltige Faulstellen im Lager prüfen

Eingesunkene, ringförmig faltige Stellen mit trockenem braunem Gewebe im Inneren können auf Fusarium-Trockenfäule an Kartoffeln hinweisen. Die Pilze dringen über Knollenverletzungen ein; Schäden werden oft erst im Lager sichtbar. Faule Knollen zügig aussortieren, weder essen noch pflanzen und den übrigen Vorrat regelmäßig kontrollieren. Schalenfeste Knollen schonend ernten, abtrocknen und kleine Wunden an gesunder Ware vor der kühlen Lagerung abheilen lassen.

Braune Bögen im Knolleninneren einordnen

Braune Bögen, Ringe oder korkige Stellen im Knollenfleisch können auf die Pfropfenkrankheit der Kartoffel durch das Tabak-Rattle-Virus hinweisen. Das Laub kann dabei unauffällig bleiben. Physiologische Eisenfleckigkeit und andere Krankheiten können ähnlich aussehen; bei wiederholten Schäden die Ursache untersuchen lassen. Verdächtige Knollen nicht als Pflanzgut aufheben und belastete Erde nicht in andere Beete verschleppen.

Grüne Knollen sind ein gesondertes Problem

Ergrünen entsteht durch Licht an den Knollen und ist keine ansteckende Krankheit. Freiliegende Knollen mit Erde bedecken und anhäufeln. Stark grüne oder stark keimende Knollen nicht essen; kleine grüne Stellen und Augen großzügig entfernen. Kochen macht erhöhte Glykoalkaloidgehalte nicht zuverlässig unschädlich.

Staunässe, beschädigte Knollen und ungeeignete Lagerbedingungen können weitere Probleme verursachen. Gesunde schalenfeste Lagerware sorgfältig behandeln und den Vorrat regelmäßig kontrollieren.

Infografik

Kartoffeln kontrollieren: sich ausbreitende braune Blattflecken als mögliche Krautfäule erkennen, Kartoffelkäfer samt Larven und Eigelegen absammeln, Risiken durch Pflanzgut, luftigen Bestand und Fruchtfolge vermindern sowie stark befallenes Kraut und kranke Knollen aussortieren. Krankes Kraut ist kein sicheres Reifezeichen.
Schematische Erkennungsmerkmale und Maßnahmen im Überblick. Einzelne Symptome reichen nicht für eine sichere Diagnose. Grafik in voller Auflösung ansehen.

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