Portulak anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Sommerportulak (Portulaca oleracea) anbauen: Direktsaat ab Mitte Mai; Abstand 15-20 cm; säurearmes Salatgemüse mit Omega-3-Fettsäuren; mehrere Schnitte pro Saison.

Inhalt9 Abschnitte
Sommerportulak (Portulaca oleracea) ist eine Wärme liebende Salat- und Wildgemüsepflanze mit sukkulenten Blättern und einem fein-säuerlichen, leicht nussigen Geschmack. Sie ist hitzeverträglich, anspruchslos im Boden und gehört zu den Pflanzen mit dem höchsten pflanzlichen Anteil an Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure). Direktsaat erfolgt erst ab Mitte Mai, wenn der Boden gut erwärmt ist – Portulak ist absolut frostempfindlich.
Portulak auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Sommerportulak (Portulaca oleracea) |
| Nutzungsgruppe | Salatgemüse / Wildkraut |
| Lebensform | einjährig |
| Voranzucht | optional ab April unter Glas |
| Direktsaat Freiland | ab Mitte Mai |
| Pflanzabstand | 15–20 cm |
| Reihenabstand | 20–25 cm |
| Pflanzen pro m² | 25–35 |
| Saattiefe | 0,5 cm (Lichtkeimer – nur leicht andrücken!) |
| Standort | vollsonnig; sandig-locker, durchlässig, mager |
| Boden-pH | 5,5–7,5 |
| Düngung | sehr gering – nährstoffarmer Boden bevorzugt |
| Erntezeitraum | Juni bis September |
| Familienbedarf (4 Pers.) | ca. 1 m² |
| Herkunft | Vorderasien, Indien |
| Botanisch | Portulaca oleracea |
| Familie | Portulakgewächse (Portulacaceae) |
Standort und Pflege für Portulak
- Standort: vollsonnig und warm; lockerer, sandig-durchlässiger Boden – schwere, nasse Böden lehnt er ab.
- Düngung: möglichst gering – Portulak gedeiht auf magerem Boden besser, bei Überdüngung wird er wässrig und fade.
- Gießen: mäßig; Portulak ist sukkulent und trockenheitsverträglich. Staunässe vermeiden.
- Aussaat: breitwürfig oder in flachen Rillen, nicht abdecken (Lichtkeimer) – nur leicht andrücken und feucht halten bis Keimung.
- Pflücken: ab ca. 4–6 Wochen nach Aussaat junge Triebspitzen mit Schere abschneiden – Pflanze treibt nach für mehrere Schnitte.
- Selbstaussaat: unkontrollierte Versamung möglich – Samenstände rechtzeitig entfernen.
Wichtige Punkte beim Anbau von Portulak
- Lichtkeimer: Samen NICHT mit Erde abdecken – nur leicht andrücken.
- Frostempfindlich – Direktsaat frühestens Mitte Mai.
- Mehrere Sätze säen (alle 3 Wochen) für kontinuierliche Ernte.
- Triebspitzen bei 10 cm Höhe schneiden – mehrere Nachernten möglich.
- Nicht verwechseln: Winterportulak (Claytonia perfoliata) ist eine andere Pflanze – winterhart, ganz anderer Anbaurhythmus.
- Bei Vorerkrankungen (Nierensteine, Gicht) wegen Oxalsäure in Maßen genießen.
Portulak in der Mischkultur
- Gut: Tomaten, Mais, Gurken – Portulak dient als lebender Mulch und beschattet den Boden.
- Keine schlechten Nachbarn bekannt – kommt mit fast allem aus.
- Ideal als Lückenfüller zwischen langsam wachsenden Gemüsen oder als Bodendecker im Hochbeet.
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Portulak Sorten und Nutzung
- Gelber Portulak: ‘Gelber Portulak’, ‘Goldportulak’ – gelbliche Blätter, milder Geschmack.
- Grüner Portulak: Standardsorte mit kräftig grünen, sukkulenten Blättern.
- Großblättrig: ‘Goldgelber Großblättriger’ – höhere Blattmasse, weniger sukkulent.
- Küche: roh in Salaten (säuerlich-nussig), als Spinatersatz kurz gedünstet, in Joghurtdips, türkische Semizotu-Salate; auch eingelegt.
- Garten: Bodendecker, Lückenfüller, Bienenweide bei Blüte.
Nährwerte (pro 100 g frischer Portulak)
- Energie: ca. 20 kcal.
- Wasser: ca. 93 g.
- Kohlenhydrate: ca. 3,4 g.
- Eiweiß: ca. 2,0 g.
- Fett: ca. 0,4 g (davon Omega-3 (ALA): bis 400 mg – höchster Wert bei Blattgemüsen).
- Vitamine: Vitamin C 21 mg, Vitamin A (Provitamin), Vitamin E.
- Mineralstoffe: Magnesium, Kalium, Eisen, Calcium.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Betalaine, Flavonoide.
- Hinweis: enthält Oxalsäure – wie Spinat und Mangold in Maßen verzehren.
Ertrag des Portulaks im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reicht ca. 1 m² mit 25–35 Pflanzen – pro Schnitt liefert dies ca. 300–500 g Blattmasse, bei 3–4 Schnitten über die Saison rund 1,5–2 kg. Durch Folgesaaten alle 3 Wochen kann der Ertrag verdoppelt werden.
Häufige Fehler beim Anbau von Portulak
- Samen mit Erde abdecken – Portulak ist Lichtkeimer, keimt nicht
- Zu früh aussäen – Frostschäden, schlechte Keimung bei kaltem Boden
- Überdüngen – Pflanze wird wässrig, fade, schießt schnell
- Erst spät schneiden – verholzte Triebe, bitterer Geschmack
Infografik