Markerbsen anbauen – Aussaat, Pflege und Ernte
Markerbsen auf einen Blick
- Aussaat
- Aussaat (Direktsaat) meist April–Mai; März nur bei passenden Bedingungen, Juni nur mit geeigneter Sorte
- Standort
- sonnig, locker, humos und durchlässig
- Abstand
- Pflanzabstand 5 cm als Rechenwert; Saatgutangaben beachtenReihenabstand 40 cm als Rechenwert; hohe Sorten und Doppelreihen brauchen zusätzliche Zugänge
- Ernte
- meist Juni–August; frühe Sätze gegebenenfalls schon Mai, späte nach Sorte später
Weitere Anbaudaten und Botanik
Markerbsen im Garten säen und pflegen: passende Saattermine, Abstände und Rankhilfen. So erntest du zarte Körner und frierst überschüssige Erbsen ein.
- Pflanzen pro m²
- rechnerisch 50 bei 5 × 40 cm, ohne Wege
- Saattiefe
- meist 3–5 cm; nach Sorte und Boden
- Boden-pH
- etwa 6,0–7,0
- Frostverträglichkeit
- leichte Fröste können vertragen werden; abhängig von Sorte, Abhärtung und Entwicklungsstand
- Kulturdauer
- grob 8–16 Wochen bis Frischernte; abhängig von Sorte und Witterung
- Ertrag
- 0,7–1,1 kg/m² ausgepulte frische Körner als grobe Rechenannahme, keine Ertragsgarantie
- Pflanze
- Markerbsen (Pisum sativum, Markerbsengruppe)
- Nutzungsgruppe
- Hülsenfrucht
- Lebensform
- einjährig
- Botanisch
- Pisum sativum convar. medullare
- Familie
- Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Inhalt13 Abschnitte
Markerbsen liefern süße, zarte Körner für die Küche und den Tiefkühlvorrat. Anders als bei Schalerbsen sind ihre reifen, getrockneten Samen runzelig; frisch geerntete Körner sind dagegen grün und rund. Für eine gute Ernte zählen ein passender Saattermin und rechtzeitiges Pflücken. Einen Vergleich der Erbsentypen findest du unter Erbsen anbauen.
Markerbsen säen: Zeitpunkt und Abstände
April bis Mai ist meist das günstigere Frühjahrssaatfenster. Markerbsen brauchen zum Start mehr Bodenwärme als robuste Schalerbsen. Säe nicht in kalten, vernässten Boden. März kommt nur bei geeigneter Sorte und günstiger Witterung infrage; für eine Junisaat müssen Sorte und verbleibende Kulturdauer passen. Hitze und Trockenheit können spätere Sätze beeinträchtigen.
Ziehe eine etwa 3–5 cm tiefe Rille, lege die Körner hinein, bedecke sie mit Erde und halte die Saat gleichmäßig feucht. Als Planungswert dienen 5 cm in der Reihe und 40 cm zwischen Einzelreihen. Je nach Sorte werden auch etwa 3–5 cm in der Reihe und 30–45 cm zwischen Reihen verwendet. Die Saatgutpackung hat Vorrang; bei hohen Sorten und Doppelreihen zusätzlichen Platz für Rankhilfe, Luft und Erntezugang einplanen. Der Pflanzabstand-Rechner hilft bei der Flächenplanung.
Für eine gestaffelte Ernte kannst du geeignete frühe Sorten in kleinen Sätzen im Abstand einiger Wochen säen, solange das Sortenfenster passt. Eine Voranzucht in tiefen Modulen ist bei problematischem Saatfraß oder kaltem, nassem Boden möglich; Jungpflanzen abhärten und den Wurzelballen beim Setzen möglichst wenig stören.
Standort, Rankhilfe und Pflege
- Boden und Licht: sonnigen Platz mit lockerem, durchlässigem Boden wählen. Staunässe und Verdichtung vermeiden.
- Rankhilfe: Reisig, Netz oder Gitter bei der Aussaat oder früh nach dem Auflaufen aufstellen. Höhe an die Sorte anpassen. Hohe Sorten brauchen eine stabile Stütze; niedrige oder besonders standfeste Sorten kommen oft mit weniger Unterstützung aus.
- Gießen: bei Trockenheit ausreichend wässern, besonders während Blüte und Hülsenfüllung. Auf den Boden gießen und Blätter möglichst trocken halten.
- Düngung: auf gut versorgtem Gartenboden meist keine zusätzliche Stickstoffdüngung nötig. Bei Bedarf reifen Kompost maßvoll verwenden. Versorgung hängt vom Boden ab; viel Stickstoff kann kräftiges Laub auf Kosten von Blüten und Hülsen fördern.
- Unkraut: junge Pflanzen freihalten und nur flach hacken, damit Wurzeln nicht beschädigt werden.
Fruchtfolge und Pflanzenreste
Plane vorsorglich sechs volle Jahre Pause nach Erbsen auf derselben Fläche ein. Andere Leguminosen wie Bohnen, Klee oder Wicken in der Beetgeschichte mitberücksichtigen, auch als Gründüngung. Bei bekannten Wurzel- oder Fußkrankheiten kann eine längere Pause nötig sein; sechs Jahre sind keine Garantie für einen unbelasteten Boden.
Gesunde Pflanzen nach der Ernte bodennah abschneiden; ihre Wurzeln können im Boden bleiben. Über Knöllchenbakterien gebundener Stickstoff wird aus verbleibenden Resten erst bei der Zersetzung frei. Das ersetzt keine bedarfsgerechte Versorgung der Folgekultur. Krankheitsverdächtige Reste nicht pauschal unterhacken, sondern die Ursache klären und befallenes Material aus dem Beet entfernen. Je nach Erntezeit passen anschließend etwa Spinat oder Feldsalat.
Passendes Werkzeug: Fruchtfolge-Planer
Markerbsen in der Mischkultur
Radieschen, Salat, Möhren und Spinat lassen sich mit ausreichend Platz und passenden Erntezeiten kombinieren. Niedrige, früh geerntete Kulturen sollten nicht von den Erbsen überwachsen werden; Licht, Wasser und Zugänge mitplanen.
Empfehlungen gegen Zwiebeln oder Knoblauch sind verbreitet, eine sichere Wachstumshemmung im eigenen Beet lässt sich daraus aber nicht ableiten. Bei anderen Leguminosen vor allem Fruchtfolge, mögliche gemeinsame Krankheiten und Konkurrenz beachten. Mischkultur ist kein verlässlicher Schutz vor Schädlingen und keine Ertragsgarantie.
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Markerbsensorten und ihre Verwendung
- Wunder von Kelvedon: frühe Markerbse, etwa 50–70 cm hoch. Saattermin und Stütze nach Sortenangabe wählen.
- Style: etwa 70 cm hohe, standfeste Markerbse; je nach Bestand und Standort kann sie ohne zusätzliche Stütze auskommen.
- Sortenwahl: auf Reifezeit, Wuchshöhe und gegebenenfalls ausgewiesene Krankheitstoleranzen achten. Frühe Reife bedeutet keine allgemeine Eignung für kalte Märzbeete.
Die Körner eignen sich als Beilage, für Suppen und Püree sowie zum Einfrieren. Die faserigen Hülsen nicht mitessen. Für eine Ernte samt zarter Hülse wählst du Zuckererbsen oder Knackerbsen. Zum üblichen Trockenerbsenvorrat sind Schalerbsen meist geeigneter; das einfache Trocknen junger Frischerbsen ersetzt keine Vollreife.
Markerbsen ernten, lagern und einfrieren
Ernte grüne, gut gefüllte Hülsen, solange die Körner noch zart und süß sind. Öffne zur Probe eine Hülse: Mit zunehmender Reife werden die Körner fester und mehliger. Während der Ernte alle zwei bis drei Tage kontrollieren; die Pflanze beim Pflücken festhalten, damit du sie nicht aus dem Boden ziehst.
Ausgepulte Körner möglichst noch am Erntetag verarbeiten. Falls nötig, die Hülsen kurz im Kühlschrank aufbewahren; Geschmack und Qualität nehmen mit der Lagerung ab. Kleine Mengen frischer, junger Erbsen kannst du auch roh naschen. Nur Speiseerbsen verwenden und kein behandeltes Saatgut verzehren.
Für den Tiefkühlvorrat Körner auspulen und waschen, 1½ Minuten in kochendem Wasser blanchieren, rasch in kaltem Wasser abkühlen und gut abtropfen lassen. Die Zeit zählt, sobald das Wasser nach der Zugabe wieder kocht; kleine Portionen verwenden. Anschließend portionsweise verpacken und einfrieren. Weitere Möglichkeiten findest du im Lager-Finder.
Passendes Werkzeug: Lager-Finder
Nährwerte frischer Erbsen
Frische grüne Erbsen liefern pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe. Als allgemeine Orientierung gelten etwa 81 kcal und 5 g Ballaststoffe je 100 g. Außerdem enthalten sie unter anderem B-Vitamine, Vitamin C, Folat und Mineralstoffe. Die Werte schwanken mit Sorte, Reife und Zubereitung; sie sind keine Messung einer bestimmten Markerbsensorte.
Ertrag und benötigte Beetfläche
Für die Planung kannst du grob mit 0,7–1,1 kg ausgepulten frischen Körnern pro m² rechnen. Das ist eine unverbindliche Rechenannahme, kein zugesicherter Ertrag. Hülsengewicht und getrocknete Körner sind damit nicht gemeint. Sorte, Wasser, Witterung und Schädlingsdruck beeinflussen die tatsächliche Ernte.
Wenn du beispielsweise 2 kg frische Körner ernten möchtest, ergibt diese Annahme rechnerisch etwa 1,8–2,9 m² reine Beetfläche; Wege kommen hinzu. Ein pauschaler Bedarf für vier Personen lässt sich daraus nicht ableiten. Passe dein Ernteziel an Mahlzeiten und gewünschten Tiefkühlvorrat an und nutze eigene Ernteerfahrungen für die nächste Saison.
Krankheiten und Schädlinge erkennen
- Schnecken, Mäuse und Vögel: Saatkörner oder junge Pflanzen können gefressen werden. Saatstellen und Keimlinge kontrollieren; bei Bedarf geeignete Barrieren oder straff befestigte Schutznetze verwenden.
- Blattläuse: Triebspitzen und Blattunterseiten prüfen. Kleine Kolonien lassen sich oft mit einem Wasserstrahl reduzieren; Nützlinge schonen.
- Erbsenwickler: Larven können in Hülsen und Körnern sitzen. Beim Auspulen auf Fraß und befallene Körner achten.
- Echter Mehltau: weißlicher Belag auf Blättern; Sortenwahl, Luft zwischen den Pflanzen und passende Saattermine können helfen. Hinweise unter Echter Mehltau.
- Brennfleckenkrankheiten: braune Flecken an Blättern, Hülsen oder Stängeln; gesundes Saatgut wählen, den Bestand luftig halten und kein Saatgut aus kranken Pflanzen gewinnen.
- Wurzel- und Fußkrankheiten: Welke trotz feuchtem Boden oder verfärbte, geschädigte Wurzeln sind Anlass, Bodenbedingungen und Fruchtfolge zu prüfen. Staunässe vermeiden und Erbsen nicht kurzfristig auf derselben Fläche nachsäen.
Häufige Fehler beim Anbau von Markerbsen
- In kalten, nassen Boden säen: Auflaufen kann sich verzögern, Körner können faulen.
- Späte Saat ohne Sortenprüfung: Hitze und Trockenheit können Blüte und Hülsenansatz beeinträchtigen.
- Rankhilfe erst spät aufstellen: lange Triebe lassen sich schlechter führen und können umknicken.
- Während Blüte und Hülsenfüllung austrocknen lassen: kann Ertrag und Qualität mindern.
- Zu spät ernten: feste, mehlige Körner statt zarter Frischerbsen.
- Alle Pflanzenreste unterschiedslos unterhacken: krankheitsverdächtiges Material vorher beurteilen.
Infografik: Markerbsen vom Säen bis zur Frischernte
Weiterlesen
- Erbsen anbauen – Mark-, Schal- und Zuckererbsen vergleichen.
- Schalerbsen anbauen – Frischerbsen und vollreife Trockenerbsen unterscheiden.
- Zuckererbsen anbauen – Zarte Hülsen samt Körnern ernten.
- Gertrudentag – Frühe Saaten nach Erbsentyp, Boden und Witterung einordnen.
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- Pflanzenübersicht – Gemüse, Kräuter und Beeren anbauen.