Was im Mai noch gesät werden kann
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Im Mai kannst du viele Gemüse direkt ins Beet säen und weitere Kulturen für eine spätere Pflanzung vorziehen. Entscheidend sind Sorte, Bodenwärme und die örtliche Witterung. Die folgenden Zeitfenster sind eine Orientierung für gemäßigte Lagen Deutschlands; in kühlen oder höher gelegenen Gärten kann der Start später liegen.
Direktsaat bedeutet Aussaat am späteren Standort. Bei der Voranzucht säst du zunächst in Töpfe oder Anzuchtplatten und pflanzt die Jungpflanzen später aus. Mehr dazu im Aussaat-ABC.
Gemüse für die Direktsaat im Mai
| Kultur | Worauf du achten solltest |
|---|---|
| Möhren | Direkt am endgültigen Standort säen. Sorte nach gewünschtem Erntetermin wählen und die oft längere Keimphase feucht halten. |
| Mangold und Rote Bete | In ausreichend erwärmten Boden säen; längere Kälte kann Schossen fördern. Später auf den Abstand der Sorte vereinzeln. |
| Pflücksalat und Kopfsalat | Passende Saison-Sorte wählen. Bei warmem Wetter kann ein kühler Saatplatz oder Voranzucht günstiger sein. |
| Radieschen, Rettich und Rucola | Kleine Sätze nach Bedarf; bei Rettich Frühjahrs- und Sommersorten unterscheiden. Hitze und Trockenheit können Qualität und Schossrisiko beeinflussen. |
| Markerbsen und Zuckererbsen | Mai passt bei geeigneter Sorte und Bodenfeuchte. Nicht in vernässte Erde säen; Rankhilfe nach Wuchshöhe einplanen. |
| Pastinaken und Lauchzwiebeln | Pastinaken besser früh im Mai säen: spätere Sätze haben weniger Zeit zur Wurzelbildung. Möglichst frisches Saatgut verwenden. |
| Knollenfenchel | Ab etwa Mitte Mai direkt säen; eine für frühe Sätze geeignete Sorte wählen und gleichmäßige Feuchte sichern. |
| Grünkohl | Maisaat für die Herbst-/Winterkultur möglich. Für später frei werdende Beete ist Voranzucht häufig praktischer. |
Wärmeliebende Kulturen: oft ab Mitte oder Ende Mai
Für diese Kulturen reicht die Monatsangabe allein nicht: Säe erst in ausreichend warmen Boden, wenn keine örtlichen Fröste mehr zu erwarten sind. Die Eisheiligen sind eine Orientierung; die Wettervorhersage und die Bedingungen im Beet entscheiden.
| Kultur | Bedingung für die Freilandsaat |
|---|---|
| Buschbohnen und Stangenbohnen | Frostfreie Bedingungen und erwärmter Boden. Für Stangenbohnen die Rankhilfe vor der Saat aufstellen. |
| Gurken, Zucchini und Kürbis | Warmer Boden und milde Nächte. Freilandsorte und Platzbedarf beachten; bei Kälte den Saattermin verschieben. |
| Zuckermais | In warmen Boden säen. Mehrere kurze Reihen als Block erleichtern die Bestäubung. |
| Neuseeländer Spinat | Gewöhnlich ab Mitte Mai nach den letzten Frösten direkt säen oder bereits vorgezogene Jungpflanzen setzen. Langsame, ungleichmäßige Keimung möglich. |
Weitere Orientierungsfenster stehen im Saatkalender für Mai-Direktsaaten. Hinweise zum Wetter findest du unter Nach den Eisheiligen pflanzen.
Was im Mai vorgezogen werden kann
Voranzucht ist besonders sinnvoll, wenn ein Beet noch belegt ist oder du empfindliche Keimlinge zunächst geschützt heranziehen möchtest. Plane den späteren Pflanztermin und ausreichend Platz im Beet mit ein.
- Grünkohl: Für die Herbst-/Winterkultur im Mai bis etwa Mitte Juni vorziehen und später pflanzen.
- Kohlrabi, Brokkoli und Blumenkohl: Geeignete Sommer- oder Herbstsorten wählen; Saat- und Pflanzfenster unterscheiden sich je Sorte.
- Rotkohl, Weißkohl und Wirsing: Mai kann für passende Herbst-/Lagersorten infrage kommen. Lange Kulturdauer und gewünschten Erntetermin berücksichtigen.
- Knollenfenchel: Voranzucht bis etwa Mitte Juni möglich; in einzelnen Modulen lassen sich die Wurzeln beim späteren Pflanzen leichter schonen.
- Gurken, Zucchini und Kürbis: Eine kurze Voranzucht von etwa drei bis vier Wochen kann den Start erleichtern. Den Pflanztermin nach frostfreien, warmen Bedingungen planen und Jungpflanzen vorher abhärten.
- Melonen: Etwa vier Wochen vor dem vorgesehenen Pflanztermin warm und hell vorziehen; häufig passt Ende April bis Mitte Mai für eine Pflanzung Ende Mai bis Juni. Eine Aussaat Ende Mai lässt weniger Zeit für die Fruchtreife und ist nicht für jeden Standort sinnvoll.
Für Rosenkohl liegt das übliche Voranzuchtfenster früher, meist im März oder April. Maisaaten sind nur bei geeigneter Sorte und passendem Ernteziel sinnvoll. Neuseeländer Spinat wird gewöhnlich im März oder April vorgezogen; im Mai sind Direktsaat und Pflanzung die naheliegenden Optionen. Weitere Kulturen zeigt der Saatkalender für Mai-Voranzucht.
Diese Maisaaten brauchen besondere Bedingungen
- Spinat: Die Hauptfenster liegen im Frühjahr und Spätsommer/Herbst. Im Mai nur mit ausdrücklich geeigneter Sorte und passenden Bedingungen versuchen; lange Tage, Wärme und Trockenheit fördern Schossen. Für die Herbsternte einen eigenen späteren Satz planen.
- Endivien, Friseesalat und Radicchio: Für die übliche Herbstkultur meist ab Juni säen. Frühere Sätze brauchen geeignete Sorten und einen eigenen Kulturplan.
- Dicke Bohnen und Schalerbsen: Der Schwerpunkt liegt früher im Frühjahr. Anfang Mai kann nach Sorte noch passen; keine allgemeine Empfehlung für den ganzen Monat.
- Asiasalat wie Mizuna: Frühjahrssaat ist möglich. Bei zunehmender Wärme und Trockenheit steigt das Schossrisiko; junge Blätter rechtzeitig ernten.
Kräuter, Blühpflanzen und Gründüngung getrennt planen
Kräuter: Dill, Petersilie und Kerbel können im Mai direkt gesät werden. Petersilie keimt oft langsam; Kerbel hält bei kühler Witterung und hellem Halbschatten meist länger für die Blatternte durch. Koriander lässt sich ebenfalls direkt säen: Für Blätter kleine Folgesätze planen, denn Hitze und Trockenheit fördern frühe Blüte. Für die Samenernte braucht die Kultur genügend Zeit zum Ausreifen. Basilikum und Majoran erst bei warmem Boden und ohne Frostgefahr ins Freiland säen; Saattiefe beziehungsweise Lichtkeimung nach Saatgutangabe beachten.
Blühpflanzen: Ringelblumen können direkt gesät werden; Kapuzinerkresse erst nach Ende der örtlichen Frostgefahr. Mehrjährige Gartenlupinen sind eine eigene Blühkultur und kein Ersatz für einjährige Gründüngung.
Gründüngung: Buchweizen und Sommerwicke können je nach Standort und Saatbedingungen freie Flächen bedecken. Buchweizen braucht frostfreie Bedingungen. Plane das Beenden vor der nächsten Kultur und vor unerwünschter Samenreife. Mehr unter Gründüngung im Gemüsebeet.
So gelingt die Keimphase im Mai
Bereite ein feinkrümeliges Saatbett vor und bearbeite den Boden erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist. Saattiefe und späteren Pflanzenabstand nach Kultur und Saatgutpackung wählen. Eine pauschal flache Saat passt nicht zu allen Samen; praktische Angaben findest du im Aussaat-Hub.
Halte die Saatzone bis zum tatsächlichen Auflaufen gleichmäßig feucht, ohne Staunässe. Bei Möhren und Pastinaken kann das mehrere Wochen dauern. Eine feine Brause hilft, Samen nicht auszuschwemmen. Mulch aus Rasenschnitt oder Stroh darf frische Saatreihen nicht zudecken; später kann er zwischen ausreichend entwickelten Pflanzen eingesetzt werden.
Wärme beschleunigt nicht jede Keimung: Bei Salat kann Hitze das Auflaufen hemmen. Geeignete Sommersorten, ein kühler Saatplatz oder vorübergehende leichte Beschattung können helfen. Abdeckungen dürfen keinen Hitzestau verursachen. Keimhemmung und späteres Schossen sind verschiedene Vorgänge; mehr unter Warum Gemüse schosst.
Markiere die Reihen, entferne konkurrierendes Unkraut vorsichtig und vereinzle, sobald die Sämlinge gut zu greifen sind. Die Endabstände findest du im Pflanzabstand-Rechner. Kontrolliere frisch aufgelaufene Saaten regelmäßig auf Schnecken.
Freie Flächen und Folgesätze planen
Säe Salate, Radieschen oder Dill in kleinen Mengen nach Bedarf und bei passenden Bedingungen nach. Hinweise zu kulturabhängigen Abständen zwischen den Saaten stehen bei Satzanbau und Staffelaussaat. Bei Hitze oder fehlender Bewässerungsmöglichkeit kann eine Pause sinnvoller sein.
Auch schnelle Zwischenkulturen zählen bei der Fruchtfolge. Achte auf Pflanzenfamilie, späteren Platzbedarf und die nächste Kultur. Eine Saat zwischen bestehenden Reihen lohnt sich nur, wenn Licht, Wasser und Platz bis zur Ernte reichen.